Landesgericht Thüringen verurteilt Wettanbieter: Schadensersatz wegen Überschreitung der Einzahlungsgrenze

Starkes Signal für den Spielerschutz: Wann hohe Verluste bei Online-Glücksspielen zurückgefordert werden können Im April 2025 hat das Landgericht Thüringen ein wichtiges Urteil gefällt, das für viele Spielerinnen und Spieler von Online-Glücksspielen von großer Bedeutung sein dürfte: Ein Anbieter von Sportwetten im Internet wurde dazu verurteilt, einem Spieler mehr als 10.000 Euro Schadenersatz zu zahlen. Der Grund: Die Plattform hatte die gesetzlichen Einzahlungslimits missachtet – zum klaren Nachteil des Spielers.

Dieses Urteil unterstreicht: Wer als Anbieter gegen Spielerschutzbestimmungen verstößt, kann zum Ersatz von Verlusten verpflichtet werden.

Was ist das Einzahlungslimit?

Seit Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (GlüStV 2021) gilt in Deutschland ein klares Limit für Online-Spieler: Pro Monat dürfen maximal 1.000 Euro eingezahlt werden.

Zwar gibt es Ausnahmen – etwa eine individuelle Erhöhung des Limits auf bis zu 10.000 Euro -, doch ist dies nur unter strengen Voraussetzungen möglich:

  1. Vorlage von Einkommensnachweisen
  2. Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit
  3. dokumentierte Prüfung durch den Anbieter

Diese Regelungen sollen Spielsucht vorbeugen und Spieler vor finanziellen Schäden schützen.

Der Fall: Anbieter ignoriert Limit – Spieler erhält Geld zurück

Im verhandelten Fall hatte der Spieler über einen längeren Zeitraum erhebliche Summen – deutlich mehr als gesetzlich erlaubt – eingezahlt. Das vorgesehene Limit wurde nicht eingehalten, eine wirtschaftliche Prüfung fand nicht statt.

Das Gericht kam zu dem Schluss: Der Anbieter hat gegen geltendes Recht verstoßen und seine Verantwortung als Anbieter verletzt.

Die Folge: Die Plattform muss dem Spieler seinen Verlust in Höhe von über 10.000 Euro ersetzen.

Das Thüringer Urteil könnte Signalwirkung für viele weitere Fälle haben. Denn: Die Pflicht zur Einhaltung des Einzahlungslimits gilt für alle Anbieter – auch für solche mit deutscher Lizenz.

Wer beim Online-Glücksspiel mehr Geld eingezahlt hat als erlaubt oder wer trotz fehlender Bonitätsprüfung weit über das Grundlimit hinaus gespielt hat, sollte jetzt prüfen lassen, ob ein Rückzahlungsanspruch besteht – nicht nur bei Sportwetten, sondern auch bei Online-Casinos und virtuellen Automatenspielen.

Rechtsanwalt István Cocron dazu: „Das Thüringer Urteil zeigt deutlich: Spielerinnen und Spieler haben gute Chancen, ihre Verluste zurückzufordern – auch wenn der Anbieter offiziell lizenziert ist. Sobald das Einzahlungslimit überschritten wurde, lohnt sich eine rechtliche Prüfung.“

Fazit: Verluste nicht einfach hinnehmen – jetzt Ansprüche prüfen lassen

Wer beim Online-Glücksspiel mehr als die erlaubten 1.000 Euro im Monat eingezahlt hat oder keine Prüfung seiner finanziellen Verhältnisse vorgenommen hat, sollte aktiv werden.

Das Urteil aus Thüringen zeigt: Gerichte nehmen den Spielerschutz ernst – und setzen ihn auch gegen große Anbieter durch.

📌 Rechtsanwalt István Cocron ist bundesweit tätig und unterstützt Sie schnell und unkompliziert dabei, Ihre Ansprüche durchzusetzen – kompetent, erfahren und mit klarem Fokus auf das Glücksspielrecht.

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