Online-Sportwetten: Gute Nachrichten aus Luxembourg für betroffene Spieler
Nicholas Emiliou, Generalanwalt am Europäischen Gerichtshof (EuGH) hat am 19.03.2026 in seinen Schlussanträgen eine klare Richtung vorgegeben:
„Verluste aus Online-Sportwetten können zurückgefordert werden, wenn der Anbieter in Deutschland ohne Lizenz tätig war.“
Im Verfahren C-530/24 („Tipico“) spricht sich der Generalanwalt dafür aus, dass entsprechende Verträge unwirksam sind. Sollte der EuGH in der Urteilsfindung folgen, müsste der Sportwetten-Anbieter verlorene Einsätze zurückzahlen.
Dies würde sich in die aktuelle Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs einfügen. Bereits im kürzlich ergangenen Urteil des EuGH in Sachen C-440/23 wurden die Rechte betroffener Spieler entscheidend gestärkt.
In diesem Blog-Beitrag erfahren Sie:
- Hintergründe zu den Schlussanträgen im Verfahren C-530/24
- warum diese Ihre Ansprüche gegen Online-Wettanbieter verbessern
- welche Schritte Sie jetzt unternehmen sollten, um Ihre Ansprüche zu sichern
- Häufig gestellte Fragen zu illegalen Anbietern von Online-Sportwetten und Rückforderungen
Rechtliche Hintergründe:
Wann Sportwetten-Verträge unwirksam sind
Der Ausgangsfall: Anbieter ohne deutsche Lizenz
Im zugrunde liegenden Verfahren hatte ein Spieler zwischen 2013 und 2020 bei einem Anbieter gewettet, der zwar über eine ausländische Lizenz (z. B. aus Malta), aber keine deutsche Erlaubnis verfügte.
Die zentrale Frage vor dem EuGH
Der Bundesgerichtshof (BGH) legte dem Europäischen Gerichtshof die Frage vor, ob Spieler ihre Verluste zurückfordern können. Hintergrund waren Zweifel an der Vereinbarkeit des deutschen Lizenzsystems mit dem EU-Recht.
Die Einschätzung des Generalanwalts am EuGH
Die Antwort von Nicholas Emiliou fällt in den Schlussanträgen des Generalanwalts deutlich aus:
- Verlorene Einsätze können zurückgefordert werden
- Eine deutsche Lizenz ist für Online-Sportwettenanbieter grundsätzlich erforderlich
- Anbieter ohne Lizenz handeln rechtswidrig
Was bedeutet das konkret für Betroffene?
Wenn Sie bei einem Anbieter ohne deutsche Lizenz Einsätze verloren haben, haben Sie nun diese Möglichkeiten:
- Sie können Ihre Verluste ganz oder teilweise zurückfordern
- Sie haben die Möglichkeit, sich auf die Unwirksamkeit des Vertrags zu berufen
Ihre nächsten Schritte zur Rückforderung Ihrer Verluste
1. Sichern Sie Unterlagen wie
- Kontoauszüge
- Spiel- und Transaktionsverläufe
- E-Mails des Anbieters
2.Prüfen Sie den Zeitraum, in dem Sie bei dem betreffenden Anbieter gespielt haben
Der Zeitpunkt Ihrer Verluste ist insbesondere in Hinblick auf mögliche Verjährungsfristen entscheidend. Falls Sie unsicher sind, holen Sie sich so schnell wie möglich juristischen Rat ein.
3. Lassen Sie Ihren Fall rechtlich prüfen
Nur eine individuelle Bewertung zeigt, ob sich eine Rückforderung lohnt.
Wir unterstützen Sie bei der Durchsetzung Ihrer Rechte:
- Wir prüfen, ob Rückforderungsansprüche bestehen
- Wir geben Ihnen eine realistische Einschätzung Ihrer Erfolgsaussichten
- Wir begleiten Sie bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche außergerichtlich und vor Gericht
Stellen Sie jetzt eine unverbindliche Anfrage an uns.
Ihr Ansprechpartner: Rechtsanwalt István Cocron

Rechtsanwalt István Cocron ist seit vielen Jahren auf die Beratung und Vertretung im Glücksspielrecht spezialisiert.
Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt in der Durchsetzung von Rückforderungsansprüchen betroffener Spieler. In diesem Zusammenhang hat er bereits mehrere tausend Fälle aus dem Bereich Online-Glücksspiel betreut.
Er vertritt Mandanten bundesweit sowohl außergerichtlich als auch in gerichtlichen Verfahren und befasst sich regelmäßig mit aktuellen Entwicklungen im deutschen und europäischen Glücksspielrecht.
FAQ: Häufige Fragen zu Online-Sportwetten und Rückforderung
Ja, insbesondere dann, wenn der Anbieter im relevanten Zeitraum ohne deutsche Lizenz tätig war. In solchen Fällen können Rückforderungsansprüche bestehen.
Entscheidend ist dabei vor allem, ob der Anbieter im konkreten Zeitraum über eine gültige deutsche Erlaubnis verfügte.
Online-Sportwetten dürfen in Deutschland nur mit staatlicher Erlaubnis angeboten werden. Anbieter ohne Lizenz handeln grundsätzlich rechtswidrig.
Viele Anbieter von Online-Casinospielen verfügen über eine Lizenz aus Malta und berufen sich darauf, ihre Dienstleistungen in ganz Europa anbieten zu dürfen. Der Europäische Gerichtshof hat jedoch klargestellt, dass eine solche maltesische Lizenz nicht automatisch dazu berechtigt, Online-Casinospiele in Deutschland anzubieten. Für Spieler bedeutet das: Auch wenn ein Anbieter eine EU-Lizenz besitzt, können Verluste zurückgefordert werden, wenn keine deutsche Erlaubnis vorlag.
Viele Anbieter, die über eine Lizenz aus Malta verfügen, berufen sich auf die europäische Dienstleistungsfreiheit, um auch in Deutschland tätig werden zu dürfen.
Der EuGH hat jedoch im April 2026 im Rahmen des Verfahrens C-440/23 ausdrücklich entschieden, dass eine ausländische Lizenz in Deutschland nicht ausreicht und diese Anforderung auch mit der Dienstleistungsfreiheit zu vereinbaren ist.
Grundsätzlich können Verluste aus Online-Glücksspiel bis zu zehn Jahr rückwirkend geltend gemacht werden.
Ja. Gerade bei Anbietern ohne deutsche Lizenz bestehen sehr gute Erfolgsaussichten – eine individuelle Prüfung ist jedoch immer erforderlich.
Anhand Ihrer konkreten Spiel- und Zahlungsdaten lässt sich belastbar beurteilen, ob und in welcher Höhe Ansprüche bestehen.















